Coursing - Windhundrennen
Beitrag zum Thema Coursing von Margot R. Dimi


Bei einem Coursing wird im freien Gelände ein Parcours erstellt, bei dem ein Seil über Umlenkrollen in einem Zick-Zack-Kurs ausgelegt wird. Am Ende des Seils ist ein Lockmittel montiert (meistens Stoffstreifen oder Kunststoffstreifen) und dieses Seil wird mit Hilfe eines Motors eingeholt. Zwei Windhunde jagen gemeinsam dieses Lockmittel. Je nach Rasse werden bis zu 1.000 m Seillänge gezogen.
Im Rahmen eines Bewerbes gibt es CoursingrichterInnen, die die Leistung der Hunde nach einem Punktesystem bewerten. Dabei laufen die Hunde zwei Durchgänge, die Reihung erfolgt nach Punkten. Bewertet werden Ausdauer, Jagdeifer, Intelligenz, Wendigkeit und Geschwindigkeit zu gleichen Teilen. Sind genügend Hunde einer Rasse am Start wird nach Geschlecht getrennt gelaufen.
Damit die Hunde in einem Bewerb starten dürfen, müssen sie eine Coursinglizenz besitzen. Damit soll sichergestellt werden, dass die Hunde das Lockmittel jagen und nicht den mitlaufenden Hund. Sollte ein bereits lizensierter Hund im Bewerb mitlaufende Hunde angreifen, wird er disqualifiziert und riskiert im Wiederholungsfall den Verlust der Lizenz.
Zur Zeit dürfen in Deutschland und Österreich nur Windhunde der FCI-Gruppe X und die mediteranen Rassen der FCI-Gruppe V eine Coursinglizenz erwerben. Windhunde gehören zu den wenigen Hunden, die im Galopp zwei Schwebephasen haben, nämlich dann, wenn sie gestreckt sind und dann, wenn die Hinterläufe und Vorderläufe überkreuzen. Diese zweite Schwebephase erfordert einen bestimmten Körperbau und kräftige Nackenmuskulatur.
In anderen Ländern laufen auch andere Rassen, z.b. Rhodesian Ridgeback oder Jack Russel Terrier und Parson Russel Terrier. Bei Trainings dürfen auch Hunde ohne Lizenz laufen.
Was spielerisch aussieht ist für die Hunde Hochleistungssport. Das setzt voraus, dass die Hunde in gutem Trainingszustand sind. Dazu gehört Freilauf beim täglichen Spaziergang, wo die Hunde in gestrecktem Galopp laufen können und das Laufen im Gelände trainieren. Dazu gehört aber auch, den Hund durch Joggen oder Laufen am Fahrrad mit Trabeinheiten in der Ausdauer zu trainieren. Gutes Training verringert die Verletzungsgefahr.
Besonderes wichtig ist auch regelmässige Krallenpflege. Läuft der Hund mit zu langen Krallen kann dies zu Kappselverletzungen führen, die nicht nur schmerzhaft sind sondern auch nur sehr langsam ausheilen.
Damit die Hunde bei einem Coursingtraining dem Lockmittel folgen, müssen sie darauf vorbereitet werden. Ein Stofffetzen löst keinen natürlichen Hetzinstinkt aus, sondern der angeborene Hetztrieb muss spielerisch auf das künstliche Lockmittel umgelenkt werden. Je nach Rasse und individueller Veranlagung braucht das mehr oder weniger Geduld. Doch wenn der Hund mal begriffen hat, worum es geht, ist er im allgemeinen mit grosser Freude dabei.
Der Coursingsport ist eine Jagdsimulation, bei der Windhunde und andere Hetzhunde ihren Hetztrieb gefahrlos und legal ausleben können. Dieser Trieb wurde Jahrhundertelang durch gezielte Leistungsselektion (mit Einsatz bei der Jagd) angezüchtet und steckt in jedem Windhund. Heute ist die Jagd mit Hetzhunden in den meisten Ländern verboten. Coursing ist der sportliche Jagdersatz, bei dem die ursprünglichen Fähigkeiten der Windhunde überprüft werden können. Coursing ist also die artgerechte Sportart für Windhunde (ausgenommen Greyhounds, die wegen ihrer hohen Laufgeschwindigkeit im allgemeinen besser bei Bahnrennen aufgehoben sind.).
Coursingvereine bieten im allgemeinen Anfängertrainings an. Fragen Sie bei einem Coursingverein in Ihrer Nähe an.
Margot R. Dimi, http://www.runninggag.at
Literaturtip: "Dog Locomotion and Gait Analysis" von Curtis Brown
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Betreff: Coursing-Windhundrennen
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