Neues aus der Forschung rund um den Hund
Sind Mischlinge wirklich gesünder?
Mischlingshunde (Anteil an der Gesamtpopulation von 22,3%) gelten meist als gesünder und anspruchsloser als Rassehunde.
Um diese Behauptung zu prüfen führte die Klinik für kleine Haustiere an der Universität Hannover eine vergleichende Studie durch.
Experten der Universität werteten Fachliteratur aus und verglichen alle Patientendaten der letzten 10 Jahre.
Verglichen wurden:
- Deutscher Schäferhund
- Golden Retriever
- Mischling
Bestätigt wurde die Veranlagung von Rassenhunden für Krankheiten wie Pyodermie (Hauterkrankung), beim Schäferhund oder die Dackellähme beim Rauhaardackel.
Mischlinge sind aber nicht weniger anfälliger als der Golden Retriever, auch wenn Sie keine Veranlagung für bestimmte Erkrankungen zeigen.
Bei den insgesamt 60.835 von 1994-2004 in der Klinik behandelten Hunde war die Gruppe der Mischlinge mit 13.575 Hunden (22,3%) am meisten vertreten.
- 8,5 % Deutscher Schäferhund
- 4,2 % Rauhaardackel
- 3,5 % Golden Retriever
- 3,0 % Yorkshire Terrier
- 2,7 % iRottweiler
- 2,4 % iBoxer
- 2,0 % iWesthighland Terrier
- 1,7 % Labrador
Bandscheibenvorfälle
- 36 % Rauhaardackel
- 14 % Mischlinge
- i8 % i iLanghaardackel
- i4 % i iKurzhaardackel
- i 2 % i iDeutscher Schäferhund
Demodikose (parasitäre Hauterkrankung)
- 17,1 % Mischlinge
- ii9,8 % Jack Russel Terrier
- ii9,8 % Schäferhund
Fragmentierte Processus coronoideus (Wegbrechen der des Knochenfortsatzes an der Elle)
- 17 i % Labrador
- 14,9% Berner Sennenhund
- 14 i % Deutsche Schäferhunde
- 14 i % Mischlinge
Frakturen der Gliedmaße
- 32,5 % Mischlinge
- i 6,5 % Deutsche Schäferhunde
- i 6,0 % Yorkshire Terrier
Gebärmutterentzündung
- 17,8 % Mischlinge
- i5,8 % Deutscher Schäferhund
- i5,2 % Beagle
Gesäugetumoren
- 24 % Mischlinge
- i 8 % Deutscher Schäferhund
- i 7 % Rauhhaardackel
Hornhauterkrankung
- 20,0 % Mischlinge
-i13,4 % Boxer
- 13,4 % i Deutscher Schäferhund
Hüftgelenkdysplasie
- 19 % Mischlinge
- 18 % Deutscher Schäferhund
- i8 % Golden Retriever
Magendrehung
- 17,2 % Deutsche Schäferhunde
-i14,9 % iiMischlinge
- 11,8 % i Deutsche Dogge
Ösophagusdilation (Engstellen in der Speiseröhre)
- 21,1 % Mischlinge
-i12,2 % iDeutscher Schäferhund
- 7,3 % Irish Setter
Pyodermie (Hauterkrankung)
- 24,3 % iDeutsche Schäferhunde
- 15,5 % iMischlinge
Die Studien ergaben, dass Mischlinge bei den oben genannten Erkrankungen im Vergleich zu Ihrer Häufigkeit mit Werten zwischen 14-21% häufig vertreten waren.
Überproportional oft vertreten waren Mischlinge von Frakturen der Gliedmaße betroffen. Dies könnte aber auch daran liegen, dass Besitzer von Mischlingshunden ihre Hunde öfters ohne Leine laufen lassen und es hier öfters zu Verkehrsunfällen kam.
In der 1996 vorgenommenen Studie von Helge Eichenberg über die Todesursache von Hunden kam es demnach bei Mischlingen mit 14,1% viel häufiger zu Unfällen als bei anderen Rassen (im Durchschnitt 6,8%).
Die häufigste damals festgestellte Todesursache bei Mischlingen waren aber mit 29,4% Tumore. Bei anderen Hunden lag die Häufigkeit bei durchschnittlich 27,3%.
Da aber die Rassen die im jeweiligen Mischling vorhanden sind oft nicht mehr feststellbar sind und ja auch deren Eltern oft schon Mischlingshunde in der 2 oder 3 Generation sein können waren ist eine realistische Beurteilung der Ergebnisse schwierig, meint Prof. Dr. Ingo Nolte.
Die allgemeine Meinung, dass Mischlingshunde gegenüber Rassehunden gesünder sind konnte nicht belegt werden.
Quelle: Studie der Universität Hannover, Klinik für kleine Haustiere
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Betreff: Mischlinge-gesünder
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